Dienstag, 22. Oktober 2019
 
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Literaturnobelpreis für Peter Handke

Peter Handke ist mit der heutigen Verleihung des Nobelpreises für Literatur in die Liga von Theodor Mommsen, Henryk Sienkiewicz, Thomas Mann, Hermann Hesse, André Gide und Boris Pasternak aufgestiegen. Herzlichen Glückwunsch, Herr Handke!

Ich bin nicht wirklich ein Handke-Fan, hatte und habe aber einerseits höchsten Respekt vor seinem wahrhaft gewaltigen Œuvre. Andererseits teile ich seine klare Haltung zum Serbien-Konflikt und bewundere seine Standhaftigkeit in den Zeiten der heftigen Kontroversen - heute würde man das einen "Shitstorm" nennen - um seine Haltung, als ein Abrücken von dieser seitens der Politik und der Medien erwünscht war und geboten erschien. Es gibt in diesem Land nicht viele Persönlichkeiten des öffentlichen kulturellen Lebens mit Rückgrat. Die Kontroverse begann mit dem 1996 erschienen Reisebericht "Eine winterliche Reise zu den Flüssen Donau, Save, Morawa und Drina oder Gerechtigkeit für Serbien" und lebte erneut auf, als Handke bei der Beerdigung von Slobodan Milošević am 18.03.2006 Grabredner war. Hier ein Abriss der Debatte:
https://de.wikipedia.org/...Serbien-Kontroverse

Wie nicht anders zu erwarten, wird die Preisverleihung an Handke "kontrovers diskutiert". Was Handkes Haltung zu Serbien angeht - es ist ja nicht so, dass er - gleichwohl seine Sympathien Serbien gelten - simple Propaganda für die Serben gemacht hätte. Vielmehr hat er die insbesondere deutsche - und dort uralte ("Serbien muss sterbien" Motto im Ersten Weltkrieg) - und strategisch kalkulierte Einseitigkeit klar herausgestellt und die unsägliche Rolle der (nicht nur) deutschen Leitmedien als Kriegspropagandisten angeprangert. Ich erinnere mich sehr gut an die Debatten jener Zeit, an Scharpings Erfindungen vom sog. "Hufeisenplan" der Serben und den serbischen "Fötengrills" und die Bereitschaft der Medien von ARD bis Zeit, diesen Dreck als die "Wahrheit" zu verbreiten. So gesehen hat Handke den Preis einerseits verdient, andererseits hat mich die Verleihung aus denselben Gründen überrascht.

Natürlich ist mir das Anlass, einmal mehr das Lied "Сербия" der großartigen Maria Archipowa und ihrer Band Аркона zu Gehör zu bringen, hier der Text zum Lied:
https://www.musixmatch.com/de/songtext/Arkona/Serbia

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