Erstellt am Freitag, 21. Juni 2019 20:31
Geschrieben von Neidthard Kupfer

Fragestunde 2019 mit Präsident Putin

Ich habe mir - wie jedes Jahr, seit das auf YouTube gestreamt wird - die Fragestunde mit Wladimir Putin angesehen. Es waren sehr interessante fast fünf Stunden, hier kann man sich die komplette Fragestunde ansehen.

Persönlich fand ich die Ansage Putins an den Gouverneur des Oblasts Tjumen am schönsten, als Bewohner eines Dorfes den immer wieder verzögerten Bau einer Wasserleitung beanstandeten (ab 3:54:00). Also musste der Gouverneur Aleksandr Moor per Liveschaltung antreten und Putin ließ ihn wissen: "Betrachten Sie das so, als ob dieser Antrag (zum Bau der Wasserleitung) von mir gekommen ist." Jaja, so machen pitterpöse Autokraten das.

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Video: Direct Line with Vladimir Putin (dt. Synchronisation)
Offizielles Wortprotokoll in englischer Sprache, falls man den Präsidenten mal zitieren will oder muss

Hier ein fairer Bericht bei Heise Telepolis über die Fragestunde, wenn auch die letzte Anmerkung im Text "Auffällig ist, dass nur Fragen vorgelesen werden, auf welche Putin eine Antwort geben kann" etwas dämlich ist - welche Fragen sollte er denn sonst beANTWORTen?

Ulrich Heyden: Wladimir Putin kämpft um Anerkennung
Protokoll der Direct Line with Vladimir Putin in englischer Sprache, falls man den Präsidenten mal zitieren will oder muss

Interessant sind Putins Äußerungen zu den Sanktionen, insbesondere die Feststellung, dass sich nichts wesentlich ändern würde, wenn Russland auf seine nationalen grundlegenden Interessen verzichten und sich mit dem Westen versöhnen würde. Pavel Zarubin (WGTRK, staatliche Medienholding-Gesellschaft, z.B. Rossija 1) fragte: "If Russia complied with the West’s demands and agreed to everything, would this benefit our economy in any way?"
Putins Antwort: "Now to the question of whether some things would be different if we give in and abandon our fundamental national interests. We are not talking about reconciliation here. Perhaps there will be some external signals, but no drastic change. Look, the People’s Republic of China has nothing to do with Crimea and Donbass, does it? We are accused of occupying Donbass, which is nonsense and a lie. But China has nothing to do with it, and yet the tariffs for Chinese goods are rising, which is almost the same as sanctions. Now, the attack on Huawei: where does it come from and what is its objective? The objective is to hold back the development of China, the country that has become a global rival of another power, the United States. The same is happening with Russia, and will continue to happen, so if we want to occupy a worthy place under the sun, we must become stronger, including, and above all, in the economy."